Auf schmaler Spur in den Soonwald
Es war einmal und lang’ ist’s her. Die „Kreiznacher Kleenbahn“, wie die Einheimischen diese offiziell „Kreis Kreuznacher Kleinbahnen“ getaufte Schmalspurbahn mit 750 mm Spurweite nannten, wurde nämlich bereits 1936 eingestellt. Sie rentierte sich nicht mehr.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuznacher_Kleinbahnen
Die in zwei Stichstrecken in den Soonwald – einem Teilgebiet des durch die Fernsehfilm-Serie HEIMAT von Edgar Reitz weltweit bekannt gewordenen Hunsrücks – führende Kleinbahn war aus einschlägigen Gründen gebaut worden. Aber irgendwie klappte das damals mit der Wirtschaft nicht so recht, außer vielleicht bei den Landgasthöfen. An Wochenenden war nämlich dort, wo einst Räuberhauptmann Schinderhannes sein Unwesen trieb, ganz schön was los. Nur reichte das vielleicht für rote Nasen bei den Fahrgästen, aber nicht für schwarze Zahlen bei der Bahn.
Ohne das Kleinbahn-Museum in Bockenau wäre die Bahn heute wohl völlig in Vergessenheit geraten. Das Museumsbahngelände ist frei zugänglich. Hier ein Fotorundgang vom September 2012:






Die dort ausgestellte Lok Nr. 1 ist ein C1'n2t-Typ von Krauss. Sie gelangte nach Stilllegung der Kleinbahn zunächst zur Heeresfeldbahn und dann nach Österreich zur Pinzgauer Lokalbahn, bevor sie von den Kärntner Eisenbahnfreunden für die Treibach-Altenhofener Museumseisenbahn übernommen wurde. 1978 kam sie ins Freilichtmuseum nach Bad Sobernheim, von wo aus sie 1985 zu ihre jetzigen Standort als Denkmallok nach Bockenau wechselte.
Der Lokschuppen stand einst in Wallhausen. Er wurde dort abgebaut und in Bockenau wieder aufgebaute. Im Mittelpuffer Sonderheft „Hochbauten an Klein- und Schmalspurbahnen“, Ferrook-Aril ISBN 3-936923-00-0, ist ein Artikel mit Maßzeichnungen veröffentlicht.
Weitere Literatur:
R. Brumm – Die Kreiznacher Kleenbahn 1896 – 1936 – zweite erweiterte Auflage zum 100. Jahrestag – erschienen 1996 im Selbstverlag des Autors – Broschur, 188 Seiten
Kreuznacher Kleinbahnen – aus der Loseblattsammlung „Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland“ von GeraMond – eine mit 36 Seiten sehr ausführliche Dokumentation