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Dieseltankstelle

in Bauwerke 20.11.2013 21:21
von bricoleur • 254 Beiträge

Februar 2013

Wer mit der Diesellok dieselt, der benötigt auch eine Dieseltankstelle. Genau genommen soll es eine als Tankanlage getarnte Akku-Ladestation auf meiner Innenanlage im Keller sein. Was ursprünglich als Diorama gedacht war, wird zum ersten Bauwerk bei der Kellerbahn.

Dazu habe ich zwei Kesselwagen von der Scientific Toys Ltd. aus China genommen. Die Kessel sind mit einem Durchmesser von 70 und einer Länge von 185 mm ganz gut für den Bau einer Kleintankstelle für die Kleinbahn geeignet. Das wäre in natura etwa 1,10 x 3,00 m, mit einem Fassungsvermögen von 2500 Litern pro Kessel.

Berücksichtigt ist hier der Maßstab 1:16. Selbstverständlich kann man die Waggons auch als Bastelmaterial für die Baugrößen 2 oder 1 verwenden. Sie lassen sich problemlos auseinander schrauben und die Aufkleber sind leicht abziehbar. Die nicht benötigten Teile sind für andere Bastelarbeiten brauchbar.



Da die Kessel äußerlich mit Ringen aufgeteilt sind, kann man daraus auch einen längeren Tank machen, wie dieses Bild es hier noch in Arbeit befindlichen Kleinbahnkessels auf Unterwagen zeigt.



Als nächster Schritt wurden die beiden Kessel aus ihren Einzelteilen zusammen geklebt. Ich verwende für so etwas einen Zweikomponenten-Kleber von Pattex. Der füllt die Klebestellen aus und nach dem Trocknen, Abschleifen und Lackieren sieht man von den Fugen nichts mehr.



Die Kessel brauchen natürlich entsprechende Lager, wo sie drauf liegen können. Da ich von dem ST-Rahmen die Kessellager sowieso absägen muss (kann man für den Bau von Wagen jeglicher Art gebrauchen), habe ich diese genommen. Die Lagerböcke sind aber zu groß, weshalb ich sie verkleinert und dann unter die Kessel geklebt habe.



Bei der Spieleisenbahn von Echo Toys sind solche Brückenteile dabei, aus denen ich die beiden Böcke gemacht habe. Und so sieht das aus, wenn die (bereits lackierten) Kessel drauf montiert sind.



Ein Tanklager braucht ein Auffangbecken (nicht unbedingt, aber ich bin nun mal so vorsichtig), damit bei einem Leck oder einer Störung kein Diesel ins Erdreich versickert. Ich habe ein solches aus 12 mm MDF-Platte gemacht. Die Innenmaße sind 170 x 200 mm und die Umgrenzungsmauer ist 40 mm hoch. Damit kann das Becken notfalls den gesamten Inhalt der beiden Tanks aufnehmen.



Damit sich das Ganze optisch gut macht, fräse ich in die Mauer eine rustikale Quaderstruktur (10 x 20 mm). Normalerweise sind solche Mauern aus Beton, aber ich finde, so etwas kann ruhig etwas schöner aussehen. Innen bleibt die Mauer natürlich glatt, denn sie ist dort verputzt und normalerweise mit einem ölbeständigen Anstrich abgedichtet. Für kleinere Baugrößen müsste die Steinstruktur entsprechend angepasst werden. So etwas würde bestimmt auch gut aussehen, wenn man die Mauer aus Compakt-Ziegeln oder selbst gegossenen Steinen bauen würde.

Ich habe das Untergestell auf eine Plastikplatte geklebt, die genau in das Becken passt. Die Steinstruktur wurde im Kalksandstein-Look lackiert. Das sieht hier noch etwas sehr frisch aus. Künstliche Verwitterung folgt dann später.



Unten soweit fertig, ging es oben weiter. Bei den Hauben der Kesseldome habe ich die Deckel-Imitationen abgesägt. Wenn man die Tankanlage für LGB oder kleiner baut, könne sie so bleiben. Das passt gut. Aber für den Maßstab 1:16 muss was anderes drauf. Dazu werden aus 2 mm Polystyrol runde Platten mit einem Durchmesser von 45 mm gesägt (ich habe sie gedreht) und paarweise aufeinander geklebt.



Diese Deckel bekommen dann jeweils einen Ring von „Schrauben“. Das sind 1,5 mm Nägel, bei denen ich die Köpfe sechskantig gefeilt habe. Dazu zwei Griffe aus 2 mm Messingdraht. Auf den Deckel für den zweiten Kessel kommt dann noch etwas, das aussieht wie eine Entlüftung. Das Loch im Deckel für den ersten Kessel wurde für den Einfüllstutzen vorgesehen.



Nun zur Bühne, damit der Tankwart da oben rum laufen kann ohne vorher einen Lehrgang bei Reinhold Messner absolvieren zu müssen. Ich habe von einem ausgedienten Schreibtisch solche U-Leisten aus Plastik, vormals Führungsschienen für Schubladen. Daraus konnte ich eine passende Unterkonstruktion für die Bühne machen.



Das Geländer wurde aus 3 mm Messingdraht gebogen, gelötet und in die Unterkonstruktion geschoben. Die Bretter sind aus Sperrholz. Sie wurden mit einem Schraubenzieher malträtiert und mit einem Gemisch von schwarzer Schuhcreme und Terpentinersatz gepinselt, weshalb sie so alt aussehen. Die Leiter stammt von Playmobil.



Das sind nun erst einmal die Kessel und die erste Lok wartete bereits auf den Service. Aber dazu benötigt man eine Tanksäule und was sonst noch dazu gehört. Da lag eine Plastikbox mit Plexideckel, die einmal zur Aufbewahrung von Dias diente, in der Kiste.



Ja okay, Schneewittchens Sarg im Maßstab 1:12 hätte man auch draus machen können, aber ich hatte mich für eine Tanksäule entschieden. Wir sind ja schließlich nicht zum Vergnügen hier.



Als nächstes war der Bau einer Pumpe auf dem Plan, mittels der mit dem Kesselwagen angelieferter Kraftstoff in die Kessel der Tankstelle gepumpt wird. Der Bau der Dieselpumpe ging schnell über die Bühne. Ich hatte noch Teile, die nicht nur wie eine Pumpe aussahen, sondern von einem tatsächlichen Pümpchen aus einem Feuerwehrauto stammen. Ein bisschen bearbeitet, zusammen geklebt, lackiert und fertig. Die Feinheiten kommen natürlich erst, wenn das Ganze zusammen gebaut wird, also die Rohre angeschlossen werden.



Dann kam das eigentliche „Tanken“ dran. Ich brauchte eine Vorrichtung, mit der ich die Akkus der Loks aufladen kann; eine flexible Verbindung zwischen dem Ladegerät und den entsprechenden Anschlüssen an den Loks. Das sollte im Gesamtbild der Tankanlage plausibel dargestellt werden.

Die Zapfsäule und weitere Armaturen sollten überdacht werden. Für die Seiten der Überdachung habe ich wieder Brückenteile von Echo Toys zurechtgeschnitten und aneinander geklebt. Das zweite Bild zeigt, wie die Armaturen unter dem Dach angeordnet werden.



Die Kiste rechts (stammt von Dickie) ist offiziell eine Sandkiste, wird aber zur Unterbringung des Anschlusskabels für das Akku-Ladegerät benutzt.

Nachdem die verschiedenen Elemente der Tankanlage ihren festen Platz eingenommen hatten wurden die Rohrleitungen aus 5 mm Rundeisen gebastelt. Was da so aussieht wie Flanschen stammt aus einem verschrotteten Aktenvernichter. Die Aufhängung des Saugschlauches war mal eine Garnrolle. Telefon gibt’s auch in dem Kasten (ehem. Geldkoffer von Playmobil).



Auch ein Feuerlöscher darf nicht fehlen, dazu eine Hängelampe zur Beleuchtung und natürlich das Dach. Der Feuerlöscher stammt von Playmobil. Da wurde nur der seitliche Griff abgesägt. Die Hängelampe ist von BELI, Art.-Nr. 120011, und das Dach wurde aus Acrylglas mit Polystyrolstreifen gemacht.



In der Sandkiste ist der Anschluss des Akku-Ladegerätes, welches sich unter dem Tisch befindet, untergebracht. Und so sieht das aus, wenn die Lok „aufgetankt“ wird.



Zum Abschluss des Bauberichts noch zwei Bilder mit Beleuchtung:



Solch eine Tankstelle ist ein detailreiches Projekt. Wenn ich so etwas bastele, habe ich eigentlich nie einen festen Plan. Es genügt die grobe Zielrichtung. Alles weiter ergibt sich dann aus dem, was mir an Material zur Verfügung steht, welche Ideen mir beim Basteln kommen und was sich in meinen Bastelkisten noch so findet. Ich bin manchmal selber erstaunt, was dabei herauskommt.


zuletzt bearbeitet 16.01.2015 22:51 | nach oben

#2

RE: Dieseltankstelle

in Bauwerke 16.01.2015 22:56
von bricoleur • 254 Beiträge

Ein Tankwart aus dem Weltall

Das ist Geordi LaForge, ehemals Lieutenant Commander Chefingenieur auf der Raumschiff Enterprise NCC 1701-D unter Captain Jean-Luc Picard. Bis er aus Versehen von der Zukunft in die Vergangenheit gebeamt wurde und sich in einer Flohmarktkiste materialisierte.



Nun arbeitet er bei der Kleinbahn und kann auch wieder richtig sehen. Mit 119 mm repräsentiert er die stattliche Statur von 1,90 m und kann nicht zuletzt dank dieser dafür sorgen, dass bei der Dieseltankstelle nichts versickert.

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