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Dampflokschuppen

in Bauwerke 21.11.2013 01:12
von bricoleur • 254 Beiträge

Beschreibung des Baus eines kleinen Lokschuppens im Maßstab 1:16

Grundmaße 29 x 40 cm - entspricht 4,64 x 6,40
Maße am Dach 36 x 48 cm - entspricht 5,76 x 7,68
Höhe bis zur Dachrinne 29 cm - entspricht 4,64
Gesamthöhe 39 cm - entspricht 6,24

Als Erstes habe ich aus mehreren Lagen Sperrholz und MDF die Bodenplatte gebaut, sowie die Bohlen für die Gleismitte. Das hatte ich bereits so bei dem offenen Lokunterstand praktiziert. Die Bodenplatte kann einfach über das auf den Untergrund geschraubte Gleis gelegt werden. Das bleibt lose und kann ggf. mit wenigen Handgriffen herausgenommen werden.



Für den Schuppen selbst nehme ich wieder solch einen Bausatz von BRUDER als Grundgerüst. Bevor ich die Hälften der Pfeiler zusammen stecke, klebe ich noch Weichholzklötzchen 19 x 19 x 21 mm in die Enden. So lassen sich die Pfeiler besser von oben und unter verschrauben.

Die Pfeiler werden nun in die dafür vorgesehenen Löcher im Dachrahmen und in der Bodenplatte von BRUDER gesteckt und von oben verschraubt. Die originale Bodenplatte unten dient lediglich der Abstandhaltung, damit das alles genau in der Reihe steht. Später kommt da noch ein Sockel drunter, womit das Gebäude etwas höher wird.



Nun werden die Wandelemente aus 12 mm MDF-Platten passend gesägt, zwischen die Pfeiler geklebt und von oben verschraubt. Zuvor müssen die Öffnungen für die vier Bogenfenster ausgesägt werden. Diese Bogenfenster wurden aus Alu-Blech gefräst. Ich hatte sie mal vor längerer Zeit vorsorglich für 1,00 € über Ebay gesteigert. Es wollte wohl sonst niemand sie haben. Mir passen sie nun genau richtig.



Beim Aussägen der Fensteröffnungen hat sich herausgestellt, dass das mit meinem neuen Dremel viel schneller und präziser geht als mit der Dekupiersäge. Ein feines Maschinchen hing da am Weihnachtsbaum.

Für die Fensterwandelemente werden Scheiben aus 3 mm Acrylglas in den gleichen Ausmessungen angefertigt, die Schutzfolie dann mit dem Messer eingeritzt und abgezogen. Nur die Formen der Fensteröffnungen an den Innenwänden bleiben dran und werden erst entfernt, wenn die Innenwände lackiert sind.



Nachdem die Seitenwände alle eingeklebt sind, bekommt das Gebäude noch einen Sockel aus mit Quadermuster gefrästem MDF. Das letzte Bild zeigt eine erste Stellprobe des Rohbaus mit provisorisch aufgesetzten Dachelementen. Das Dach bekommt einen Lüfteraufsatz, so dass der Schuppen letztendlich noch etwas höher aussehen wird.



Inzwischen sind alle Wände gestrichen und die Fensterrahmen lackiert. Letztere habe ich mit ganz wenig transparentem Silicon an den Rändern in die Fensteröffnungen geklebt. Auf der Bodenplatte wird der Prellbock und ein Beleuchtungsmast befestigt. Der Schuppen kann nun auf die Führungen aufgesetzt und nach hinten geschoben werden. Dann guckt die Beleuchtung durch das runde Loch in der Rückwand. Wenn man den Schuppen etwas nach vorne zieht, lässt er sich herausheben. So gibt es auch keine Probleme mit der Verdrahtung der Beleuchtung.



Das Dach von BRUDER besteht aus vier Elementen, welche fest miteinander verbunden werden müssen. Die kleineren Dachteile für den Dachlüfter sind noch vom Bau des Empfangsgebäudes übrig. Die Nachbildung der Dachziegel entspricht dem handelsüblichen Dachziegelmaß von 25 x 40 cm im Maßstab 1:16.

Es ist nicht einfach zu erklären, wie das dann alles zusammen passt. Man muss sehr viel messen, sägen, fräsen. feilen, anpassen, kleben und schrauben. Der Teufel steckt meistens im Detail. Irgendwie habe ich das hin gekriegt.



So sieht das Dach fertig aus, nachdem es lackiert worden ist. Beim Lackieren habe ich folgenden Trick angewandt: Erst wird das ganze Dach schwarz gespritzt. Dann folgt die rotbraune Farbe aus der Spraydose, von der Mitte aus schräg zum Dachrand zu. Das bewirkt, dass die Ziegelkanten schwarz bleiben und man deshalb die Dachziegelreihen besser erkennen kann. Das Dach wirkt so viel plastischer, als wenn die ganze Fläche einfarbig wäre.



Nun kommt das Tor dran. Wenn jemand „Tor“ schreit, stimmen dem oftmals Abertausende voller Begeisterung zu. Hier bleiben wir jedoch cool, denn es handelt sich lediglich um das Tor eines kleinen Dampflokschuppens. Dafür habe ich Bretter aus 4 mm Sperrholz gesägt. Die Bretter bekommen noch eine Holzstruktur mit dem Schraubenzieher eingeritzt und werden zu zwei Torflügeln zusammengeklebt. Beide Torflügel habe ich dann mit den Verstrebungen zu eine Stück verbunden.



Anschließend, nach abzeichnen der Rundung am Torbogen des Lokschuppens, erhält das Tor seine Form und wird in die Öffnung eingepasst. Bänder und Riegel sind aus 1 mm Alu-Blechstreifen gefertigt. Für die Angeln habe ich 2,4 mm Blindnieten umgebogen. Nachdem die Beschläge am Tor befestigt sind, können die Löcher für die Angeln exakt markiert werden. Erst danach werden die beiden Torflügel voneinander getrennt.



Anschließend erhalten die Torflügel die dunkelbraune Farbe mittels Acryllack. Das Ganze wird noch etwas mit Schmirgelpapier abgerieben, damit es matt und alt aussieht. Wenn man im Keller davor steht, sieht man die eingeritzte Holzstruktur deutlicher als auf den Fotos. Die Bänder bekommen einen mattschwarzen Anstrich. Ein französischen Gleissperrsignal noch drauf und etwas Ruß an den Torbogen, fertig ist der Lokschuppen.



Das heißt, ganz fertig ist der Lokschuppen noch nicht. Ich habe immer noch nicht geklärt, wie ich das Fallrohr für die Dachrinne herstellen soll bzw. was man dafür nehmen kann. Aber das ist eine Frage, die auch die anderen, bisher gebauten Gebäude bei meiner Kellerbahn betrifft. Etwa 8 mm muss das Fallrohr dick sein. Es braucht nicht unbedingt ein echtes Rohr zu sein, sondern kann auch aus Vollmaterial bestehen. Wichtig ist, dass man es problemlos biegen kann.

Der Lokschuppen hat noch ein kleines Farbtupferl gekriegt: Wenn man hinein schaut, sieht man jetzt den roten Feuerlöscher von Playmobil.



Eine einfache Lösung für das Fallrohr-Problem

Ich habe dreiadriges Kabel mit einem Durchmesser von 8 mm genommen, eine Litze herausgezogen und dafür ein Stück Schweißdraht hinein geschoben. Damit war das Kabel erst mal strack. Nun die Kurven gebogen und das „Rohr“ angepasst. Für das Stück oben in die Dachrinne muss man die Ummantelung entfernen. Unten passt das Kabel in einen Rohrstutzen von Playmobil. Das ist dann der Kanaleinguss. Nun wird das Rohr mit drei 1,5 mm Nägeln befestigt. Der Kanaleinguss wird angeklebt. Über die Nägel schiebt man offene Plastikringe und fixiert sie mit etwas Sekundenkleber. Die oben in der Dachrinne heraus guckenden Litzen umbiegen mit etwas Kleber drauf. Das Ganze noch grau angestrichen und fertig.



Ich denke, dass man diese Kabellösung auch bei anderen Baugrößen anwenden kann, wenn kein anderes Material zur Verfügung steht. Sie ist auf jeden Fall sehr preisgünstig.

Nachtrag:

Zwischenzeitlich hat sich eine m.E. noch bessere Möglichkeit gefunden: Silbergraue Kleiderbügel aus PVC. Sie wurde bereits beim Empfangsgebäude realisiert:
Empfangsgebäude mit Güterschuppen


zuletzt bearbeitet 06.11.2014 12:57 | nach oben


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