Über Ebay konnte ich sehr günstig zwei Packungen der Spielzeugeisenbahn Royal Express kaufen. Sofortkauf 10,00 € plus 8,00 € Versand. Unmittelbar nachdem das Angebot eingestellt wurde, sonst wäre es weg gewesen. Dazu kam mir die Idee, daraus eine kleine Grubenbahn zu basteln. 30 mm Spur bedeutet beim Maßstab 1:16 480 mm. Also kann man damit die Decauville-Spur 500 mm darstellen.
Für die Grubenlok verwende ich das Fahrgestell der Dampflok mit Tender. Die Lok soll aus zwei Teilen bestehen: Dem Traktor, mit jeweils einem Elektromotor auf jeder Achse, und dem Energietender, mit den Batterien. Ich habe die Fahrgestelle von zwei Dampfloks halbiert und die beiden Hälfte mit Antriebsachsen aneinander montiert. Die beiden Achsen haben Hafträder mit Gummireifen.
Aus PS-Resten habe ich zwei Motorhauben und das Mittelteil mit dem querstehenden Sitz gebastelt. Der Sitz stammt aus einem kaputten Spielzeugbagger.
Der Fahrerstand hat noch eine kleine Überdachung bekommen. Nun wurde die Lok rostbraun grundiert und gelb lackiert. Bevor der Lack vollständig getrocknet war, habe ich ihn mit einem harten Pinsel gebürstet. So sieht die Lok realistisch aus, wie es sich für ein benutztes Arbeitsgerät gehört. Bedienelemente, Lampen und Kupplungspuffer kommen später dran.
Ich habe zwischendurch auch eine Stück Originalgleis in ein Feldbahngleis umgewandelt. Dazu muss einfach nur jede zweite Schwelle entfernt werden. Rostbraun lackiert sieht das schon ganz gut aus.
Beim Tender habe ich die filigranen Achshalter und kleinen Räder gegen selbst gebastelte Achshalter mit größeren Lokrädern ausgetauscht. Das Original passte einfach nicht zu der Grubenlok. Traktor und Tender bilden eine Einheit. Ein Teil kann nicht ohne das andere Teil fahren.
Beim fiktiven Vorbild befindet sich im Tender ein Dieselmotor und ein Stromgenerator, sowie Akkus. Der Diesel treibt den Generator an, der den Strom für die Antriebe liefert und die Akkus auflädt. Vor dem Einfahren in den Bergwerkstollen wird der Diesel ausgeschaltet und die Lok fährt dann mit Akkus. Die Stromversorgung des Modells erfolgt durch 6 AA Mignon Batterien aus dem Tender. Darin befindet sich auch die Elektronik. Unter der roten Haube sitzt der Empfänger für die Infrarot-Fernsteuerung.
Das Gespann hat vorne und hinten noch Lampen bekommen und auf dem Tender wurden Auspuff und Luftfilter für den Dieselmotor montiert. Der Fahrer* verfügt nun auch über einen Hebel, mit dem er die Lok bedienen kann.
*Man spricht bei kleinen Feld- und Grubenbahnen nicht von Lokführern, da sie keine Eisenbahnen im rechtlichen Sinne sind, sondern als Arbeitsmaschinen wie Bagger, Gabelstapler etc. gelten.
Unter die Motorhauben habe ich noch einige Bleibleche geklebt, um des Eigengewicht und damit die Zugkraft des Traktors zu erhöhen. Die Kupplungspuffer werde ich erst machen, wenn ich den Prototyp einer Lore fertig habe. Es kommt dabei auf die Höhe der Kupplung an.
Die Kastenloren
Ich hatte in meiner Bastelkiste noch 24 graue Kunststoffräder von einer Spielzeugbahn, Durchmesser Laufkranz 21 mm. Das reichte für 12 Achsen und 6 Loren. Aus 5 mm PS-Resten habe ich ein dazu passendes Chassis konstruiert und in Serie herstellt. In der Mitte wurde zur Erhöhung des Eigengewichts Bleiblech eingelegt. Das zweite Bild zeigt die mit Puffer versehenen Fahrgestelle im Probebetrieb, geschoben auf der Teststrecke.
Die Lorenkästen habe ich aus 2 mm Acrylglas gefertig und mit 1 mm Plexiglas-Ecken und -Streifen beklebt. Sie sollen geschweißte Wagenkästen mit Profilstahl-Verstärkungen darstellen. Nach Lackierung und Anbringung kleiner Nummernschilder wurden die Kästen auf die Fahrgestelle geklebt. Solch ein Kasten fasst umgerechnet etwa 0,66 m³. Zum Auskippen werden die Loren in einer speziellen Vorrichtung auf den Kopf gestellt. Das ist eine weitere Herausforderung im Rahmen diese Bastelprojekts.
Das letzte Bild zeigt den kompletten Zug. Die Loren sind mit Ketten gekuppelt. Diese Kupplungsart ist zwar original, aber für einen späteren Spielbetrieb äußerst unpraktisch. Da muss ich mir noch etwas anderes einfallen lassen.
Kipplore
Ich hatte noch einen solchen Muldenkippwagen der Pseudo-Spur0-Spieleisenbahn Faller e-Train auf Lager und die Idee, ihn für die Grubenbahn umzubauen. Dafür habe ich das Normalspur-Chassis im Bereich der Kupplungen verstärkt und die Puffer entfernt. Die Bremsteile wurde abgesägt und die Achslager mit Teilen überklebt, wie ich sie bereits bei den Kastenloren verwendet habe. Die Räder mussten nur um jeweils 1 mm nach innen verschoben werden, um auf die 30mm-Spur zu kommen. Die Böcke für die Kippmulde wurden ebenfalls etwas verstärkt und das Ganze dann farblich angepasst.
Das ist natürlich keine richtige Kipplore. Die Mulde lässt sich auch nur nach einer Seite kippen. Der Wagen soll bei meiner Grubenbahn ein Einzelstück bleiben, einsetzbar für Arbeiten am Gleisweg.
Drehschemelwagen
Bei Peter Binnie in Wales habe ich zwei Bausätze für Langholztransporter im Maßstab 1:19, Spur 32 mm, gekauft. Mit 95 mm sind die Rungenböcke allerdings zu breit für meine Grubenbahn. Ich habe mich deshalb entschlossen, mit den zwei Lorenrahmen einer Packung einen Drehschemelwagen für den Transport von Grubenholz zu basteln. Die beiden Rungenböcke will ich anderweitig verwenden.
Aus PS-Bastelresten wurde ein Auflieger gefertigt. Die angeschraubten Rungen stammen original von einem Dickie-Rungenwagen. Die Räder waren mir mit 15 mm Durchmesser für den Maßstab 1:16 etwas zu klein. Ich habe deshalb Feldbahnräder von LGB genommen, die einen Durchmesser von 20 mm besitzen, und auf der Achse auf 30 mm gespurt. Außerdem wurden in die Radscheiben Löcher gebohrt. Dafür habe ich mir eine Schablone aus Blech gemacht, mit vier Löchern von 3 mm im Radius von 5 mm und einem 5 mm Loch in der Mitte, zur Aufnahme der Radnabe.
Hier ist der Wagen schon beladen mit Grubenholz von 150 mm Länge, was bei 1:16 einem Maß von 2,40 m entspricht.
Tanklore
Ich hatte noch einen Lorenrahmen mit Rädern von RSSB Regner auf Lager, sowie ein halbes Duzend dieser Plastikfässer von LGB. Die Feldbahnmodelle von Regner besitzen ja bereits die Spurweite von 30 mm. Daraus habe ich eine kleine Tanklore für die Grubenbahn gebastelt. Die Auflage für das Fass und die Puffer wurden aus PS geklebt. Wie schon bei der Feldbahn-Fasslore habe ich zur Erhöhung des Eigengewichts das Fass mit MDF ausgefüllt.
Damit wird die Versorgung der Grubenbahn mit Dieselkraftstoff erleichtert, denn die Tanklore lässt sich dort hin schieben, wo sie gebraucht wird.
Nun ist die Kipplore doch nicht alleine geblieben. Ich hatte noch drei der Sorte von Faller günstig kaufen können. Die vier Kipploren sind bei der Grubenbahn zur Beförderung von Abraum gedacht. Bei der Gelegenheit habe ich den Wägelchen kleine Gewichte aus zurechtgesägten Zinkdruckgussblöcken angeschraubt. Das sind zwar nur jeweils 50 g, die sich aber im Fahrverhalten positiv bemerkbar machen.
Jetzt fehlt mir zur Grubenbahn nur noch eine Grube.
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