#1

Hochbordwagen

in Schienenfahrzeuge 20.11.2013 17:42
von bricoleur • 254 Beiträge

Februar 2013

Man kann es auf Bildern von 2m-Gartenbahnen immer öfters sehen: Da wurden Fahrgestelle der Playmobil-Eisenbahn zum Bau eigener Waggonkreationen verwendet. Es liegt ja auf der Hand: Playmobil ist mit LGB kompatibel, die Kupplungen sind fast identisch. Die Teile bestehen aus robustem ABS und lassen sich leicht bearbeiten. Sie sind in ausreichender Menge auf dem Markt und besonders in gebrauchtem Zustand billig. Zum Basteln braucht man keine Neuware. Da kann man im Grunde genommen alles drauf bauen was man will. Auch ich nutze diese kostengünstige Möglichkeit für den Maßstab 1:16. Je nach Vorhaben muss man allerdings einige Veränderungen vornehmen. Siehe dazu meinen ersten Güterwaggon in Spur 3e. Es ging darum, aus einem Playmobil-Wagen einen leichten, offenen Blechkastenwagen für die Kleinbahn zu machen. Hier kann man sehen, wie das Fahrzeug ursprünglich aussah und wie es sich jetzt präsentiert.



Nun ist das Aussehen der PM-Fahrgestelle nicht sonderlich ansprechend. Insbesondere die Achslager, die sich an den Lenkachsen befinden und nicht wie bei LGB am Rahmen hängen, also tatsächliche Radlager sind, könnten etwas realistischer gestaltet sein. Für eine Spielbahn reicht das aus, aber als Modellbahner wünscht man sich doch etwas mehr.



Dem kann man selber abhelfen, indem man etwas über die nach außen offenen Achslöcher klebt, was aussieht wie ein richtiges Achslager. Ich gehe dabei wie folgt vor:
Aus 4 mm dickem Polystyrol ein Quadrat von 14 mm schneiden und in die Mitte ein Loch von 11 mm bohren. Technisch ist es vorteilhafter, zuerst das Loch zu bohren und dann das Quadrat drum herum zu sägen. Plastik ist halt nicht so stabil wie Metall.
Das Viereck klebe ich nun über den Ring am Achslagerloch. Man muss vorher noch oberhalb des Rings etwas weg fräsen, damit das passt. Dann säge ich aus einem Achslager von Scientific Toys die Achslagerbuchse heraus, auch genau 14 mm im Quadrat und klebe das auf das Viereck. Wenn man das Ganze nun noch lackiert, sieht die Sache schon etwas anders aus.



Einen etwas längeren Wagen bauen

Die Fahrgestellrahmen der PM-Zweiachser lassen sich einfach verlängern. Ich habe hier aus zwei einen gemacht. Bei dem ersten wird der mittlere Abschnitt mit den Unterzügen herausgesägt und bei dem zweiten Rahmen ein etwas kürzeres Stück aus der Mitte. Fügt man dann die drei Teile entsprechend zusammen, bekommt man ein gegenüber dem normalen Fahrgestell (260 mm lang) etwas längeren Fahrgestellrahmen (307 mm). Der Achsstand verlängert sich dadurch von 159 auf 206 mm.



Ich hatte sowieso vor, ein zweites Exemplar des eingangs gezeigten Blechkastenwagens zu basteln. Nun kam dieser auf den verlängerten Rahmen einschließlich Bremserbühne.

Als Boden für die Bremserbühne des verlängerten Playmobil-Rahmens habe ich eine Bremserbühne von PM genommen. Das Geländer ist natürlich zu niedrig und wird deshalb entfernt. An der Bühne muss man noch 2 mm absägen, damit sie vor den Wagenkasten auf den Rahmen passt. Die Aufstiegstritte habe ich nach hinten durchbrochen und eine rutschfeste Trittfläche aufgeklebt.



Damit der Boden optisch etwas mehr hergibt, wurde mit der Gehrungssäge – Einstellung 65 Grad – ein Rautenmuster hineingesägt; einfach so nach Augenmaß. Das ist der fertige Wagen CFEB 102 auf verlängertem Playmobil-Rahmen.
LüP 358 mm.



Er besitzt gute Fahreigenschaften, so wie ein normaler PM-Wagen. Keine Probleme durch die Verlängerung. Ich denke, auf diese Weise kann man noch weitere Waggons umbauen.

Hochwordwaggon 103

Eigentlich wollte ich zum Umbau für die Hochbordwaggons nur die Version von PLAYMOBIL mit den großen Türen verwenden. Nun habe ich aber auf dem Flohmarkt sehr günstig einen beschädigten braunen Wagen mit kleinen Türen ergattert, bei dem die Türflügel fehlten. Da ich noch zwei Stalltüren von BRUDER übrig hatte, war das Projekt CFEB 103 geboren.



So habe ich die oberen, kleineren Türflügel von BRUDER in den Wagenkasten eingepasst und festgeklebt. Das Fahrgestell wurde auch schon entsprechend abgeändert: PM-Einstiegstreppen abgesägt und Rangiertritte angeklebt. Der Wagenkasten hat noch Verstrebungen erhalten. Das bringt optisch einiges. Nach Anbringung der Haltegriffe wurde er lackiert, ebenso der Rahmen.



So ist er fertig.
Man sieht ihn hier, rechts von der Mitte, ist er im Bund der Dritte:



Und schon befindet sich der nächste Hochbordwagen in der Warteschleife.


zuletzt bearbeitet 06.02.2019 20:51 | nach oben

#2

RE: Hochbordwagen

in Schienenfahrzeuge 09.05.2015 16:33
von bricoleur • 254 Beiträge

Hochbordwagen 104 mit Bremserhaus

Wenn ein Zug keine, von der Lok aus gesteuerte, durchgehende Bremsanlage besitzt, muss er zusätzlich von einem oder – je nach Länge – mehreren Wagen aus gebremst werden können, sonst schieben die Waggons die bremsende Lok unter Umständen vor sich her. Das kann leicht passieren, wenn es bergab geht. Die dafür zuständigen Bediensteten stehen dann auf den Bremserbühnen bereit, gemäß den Signalen von der Lok die Bremsen zu schließen oder zu öffnen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bremser_%28Eisenbahn%29

Um die Bremser vor der Witterung zu schützen, baute man kleine Häuschen auf die Bremserbühnen, ähnlich einem stillen Örtchen. Die Bauweisen waren sehr unterschiedlich, bei Schmalspurbahnen oft Unikate aus dem Material, welches man gerade zur Verfügung hatte. Es gab auch extra Waggons für Bremser, insbesondere bei amerikanischen Eisenbahnen, die Caboose.
http://de.wikipedia.org/wiki/Begleitwagen

Mein nächster zweiachsiger Hochbordwagen sollte ein Bremserhaus bekommen. Ich baue ihn wieder aus einem Modell von Playmobil, und zwar aus dem bereits oben gezeigten. Das rote Fahrgestell konnte ich nicht so gut gebrauchen, weshalb ich darauf schon vor einiger Zeit den Aufbau einer roten Caboose von Echo Toys montiert hatte.
Spielzeugeisenbahnen als Bastelmaterial
Dank Ebay rollt diese Kreation heute als Sondermodell bei einer Playmobil-Eisenbahn in Brasilien.

Aus zwei schwarzen PM-Fahrgestellrahmen habe ich ein verlängertes Fahrgestell gebastelt, so wie bereits beim Hochbordwagen 102. Aus Teilen einer ehemaligen DIA-Box wurde dann das Bremserhaus passend auf die Bühne gebaut. Ohne Türen, seitlich offen, so gesehen bei einer portugiesischen Schmalspurbahn. Das Fenster zur Ladefläche hin bekam ein Gitter (war schon im Boden der DIA-Box drin), damit es nicht beim Be- oder Entladevorgang beschädigt werden kann. Das Dach ist ein Rest vom Bau des Postwagens 112.



So ist das Modell fertig. Man sieht innen unter der Schutzhaube die Bremskurbel.



Und hier ist auch schon das dafür qualifizierte Personal zur Stelle:
Figuren für den Maßstab 1:16


zuletzt bearbeitet 25.04.2018 00:46 | nach oben

#3

RE: Hochbordwagen

in Schienenfahrzeuge 19.10.2015 15:02
von bricoleur • 254 Beiträge

Vierachsiger Hochbordwagen CFEB 105

Aus meinem Plastiklager habe ich zwei gleiche Kästen aus PS für Dia-Magazine, 300 mm lang und 128 mm breit. Daraus will ich einen vierachsigen Hochbordwagen basteln. Die Struktur der Seiten fordert geradezu dazu heraus. Als Fahrgestell habe ich den Rahmen eines alten LGB-US-Modells genommen. Ich wollte den schon verkaufen, da er für mich zu schmal ist und die Rungentaschen zu klein sind, aber für diese Sache passt er prima.

Die beiden Kästen wurden auf 185 mm gekürzt und die Öffnungen für die Türen ausgesägt. Außerdem mussten auf der zukünftigen Ladefläche Stege entfernt werden. Ich mache das von Hand. Wenn man an so etwas mit einer Maschine herangeht, hat man schnell etwas vermurkst.



Hier schon mal eine Stellprobe mit Bettendorf-Drehgestellen von LGB. Die hatte ich bereits beim Bau der vierachsigen Rungenwagen auf Vorrat mit Mittelpuffer-Kupplungen versehen.

Inzwischen wurden ein durchgehender Boden aus 2 mm PS eingeklebt und am Rahmen Rangiertritte befestigt. An die Stirnwände kamen noch Haltegriffe aus 2 mm Messingdraht. Die Türen sind aus 2 mm PS gefertigt, die beiden Türflügel noch zusammenhängend. Aus 1 x 5 mm Messingstreifen habe ich Scharnierbänder gewickelt und auf die Türrahmen geklebt.



Die Scharnierbänder wurden anschließend mit 1 mm Messingnägeln „vernietet“, d.h. 1 mm Löcher durch das Messing und die Tür gebohrt, Nägel hinein, auf der anderen Seite abgezwackt und flach gefeilt, das hält. Ebenso wie auf den Türen habe ich Scharnierbänder an den Seitenwänden befestigt, angepasst mit eingestecktem 1,2 mm Messingdraht.

Erst dann habe ich die Türflügel getrennt. Damit wird gewährleistet, dass die Elemente genau gegeneinander passen. Auf die Idee mit den Türflügeln war ich gekommen, als ich das Tor für meinen Dampflokschuppen gebastelt habe. Kann sein, dass die Methode ein alter Hut ist, aber sie ist mir bisher noch nirgends untergekommen. Das Rad wurde ja auch mehrmals erfunden, erst dreieckig, dann viereckig und mit Zeit hat sich dann die runde Form durchgesetzt.

Nachdem ich den Waggon lackiert hatte, waren die Türriegel dran. Die wurden ebenfalls aus 1 x 5 mm Messingstreifen gefertigt. Dabei kam es mir weniger auf Vorbildtreue als auf robuste Funktionalität an. Die Verrieglungen bei den Playmobil-Wagen sind ja auch nicht so, wie sie modellbaumäßig sein sollten. Es wurden noch die Kupplungsteile, Handräder für die Feststellbremsen sowie die üblichen Schilder angebracht.



LüP 430 mm
Breite 135 mm
Höhe 114 mm



Obwohl der Vierachser deutlich größer ist als die anderen Hochbordwaggons, passt er sich gut in das Gesamtbild des Zugverbandes ein. Nun suche ich nur noch nach passendem Ladegut für diesen Zug.


zuletzt bearbeitet 25.04.2018 00:51 | nach oben


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