#1

Gartenbahn CFEB

in Anlagenbau allgemein 19.11.2013 21:31
von bricoleur • 249 Beiträge

Draußen ist Platz

Als langjähriger LGB-Fan – ich hatte an meinen früheren Wohnsitz eine recht ansehnliche Anlage im Garten (Es war einmal ... die Lummerländer Gebirgs-Bahn) – spielte ich schon länger mit dem Gedanken, eine etwas größere Gartenbahn – nicht vom Ausmaß, sondern vom Maßstab her – zu bauen. Spur 5“ usw. wäre mir dann aber doch zu groß und würde den mir fürs Hobby zur Verfügung stehenden finanziellen Rahmen sprengen. Ich habe mich schließlich für die Modellbahngröße 3, Maßstab 1:16, entschieden, speziell die Spur 3e.

Diese Wahl entspricht auch meinem besonderen Interesse für Kleinbahnen mit der Spurweite 750 / 760 mm. Außerdem besteht hier der Vorteil, dass ich dafür Gleismaterial der so genannten Spur G wie auch Antriebe und Fahrgestelle von LGB verwenden kann. Ebenso Playmobil-Material und entsprechend große Spielbahnen der Marke China-Schrott sind dafür geeignet. Es ist überhaupt erstaunlich, was man aus letzterem alles basteln kann. Und man bekommt das Zeug für ein Appel und ein Ei, sofern man sich nicht bei Ebay veräppeln lässt.
Spielzeugeisenbahnen als Bastelmaterial

So fing ich dann irgendwann damit an, das eine oder andere zu zersägen und wieder zusammen zu kleben. Aber die Sache kam nicht so richtig in die Gänge. Erst als ich im Sommer 2011 eine Prefo-Lok erstand, packte mich die 3e-Lust richtig. Hier ein Foto dieser, aus den letzten Zügen der DDR-Spielzeugproduktion stammenden Lok:



Der LGB-Lokführer, der da aus dem Führerhaus lunzt, zeigt die Dimension des Modells, obwohl das auch nur eine Kleinlok ist – Vorbild: Krauss Bn2t – so wie die Stainz. Es ist eben ein anderer Maßstab. Hier kann die Lok im Vergleich zu den Kipploren vom LGB sehen:



Mehr zu der Prefo-Lorenbahn sieh hier:
Die Prefo Lorenbahn

Das Lorenmaterial von LGB passt sehr gut zum Maßstab 1:16, ist auf keinen Fall 1:22,5, Da braucht man gar nichts groß zu verändern, außer vielleicht bei der Farbe. Die Zugkraft der Prefo-Lok ist allerdings sehr schwach und wenn man die etwas hart anfasst, fällt sie fast auseinander. Da muss also ein anderer Antrieb rein, mit RC-Funkfernsteuerung versteht sich, und das Gehäuse sollte von innen verstärkt werden. Es bedarf auch einer etwas realistischeren Gestaltung des Führerstandes. Zwischenzeitlich hatte ich eine Freischnauze-Diesellok gebastelt, bestehend aus den Gehäusen von zwei Playmobil-Loks. Die zieht ordentlich was weg.

Meine Gartenbahn-Loks werden mit Akkus und Fernsteuerung ausrüsten. Durch die Schiene fließt kein Strom. Deshalb brauche bei der Gleisverlegung mit LGB-Material nicht auf den die Stromkontakte zu achten und kann altes, verwittertes Gleis verwenden, das man billiger bekommt. Die Schienen werden mit Rostschutzlack aus der Spraydose rostfarben lackiert. Die Trasse besteht aus 8 cm dickem und einigermaßen dichtem Styropor.

Von da aus geht es dann ins „Landesinnere“ hinter das Haus: 1000 qm Platz mit leichter Hanglage. Schweres Arbeitsgerät im Maßstab 1:16 wurde bereits angeschafft:



Weiß der Deuwel, was einem da noch für Ideen über den Weg spuken. In die Mitte des Kaps – dort, wo der Kaminstein herausguckt – soll ein Leuchtturm kommen. Und hier eine Aufnahme des ersten Gebäudes in der Modellbaugröße 3, die Wartehalle am Haltepunkt Fasanenkap:



Maße am Dach: 430 x 260, 220 mm hoch. Material: Hochverdichtete MDF-Platte, mit wasserfestem Holzleim verklebt und verschraubt, sechsfach mit Acryllack gestrichen. Das genügt für den eingeschränkten Freilandeinsatz. Bei schlechten Wetter kommt die Halle in die Garage.

Das Fasanenkap heißt da „Cap des Faisans“ (Kap der Fasane). Ich kann zwar kein Französisch, habe aber so einen kleinen Frankreich-Tick. Deshalb heißt meine Bahn offiziell auch „Chemin de fer économique de Bruviller“, kurz CFEB. Ich finde, das klingt interessanter als Brauweiler Wirtschaftsbahn und verleitet auch nicht zu dem Irrtum, es würde sich hier um einen Biergarten handeln, wobei ich letzteren nicht unbedingt ausschließen möchte.

Der Winter 2011/12 führte nur zu leichten Veränderungen. Durch Absacken der Erde an einigen Stellen kam es zu geringfügigen Verwerfungen in der Trasse, die aber dank der Leichtbauweise schnell gerichtet werden konnten. Kräftiges Nachschottern war natürlich angesagt, aber kein Problem, da 25 kg 3 bis 6 mm Kalksandstein-Splitt im Baumarkt nur 2,99 € kosten.

April 2013

Nun ist es wieder so weit. Die Arbeiten an der Gartenbahn können fortgesetzt werden.

Als erstes steht die Erneuerung der Wendeschleife am Fasanenkap auf dem Programm. Ich hatte dort zunächst Kunststoffgleis verlegt. Es stellte sich allerdings heraus, dass es sich bei der dortigen intensiven Sonneneinstrahlung in der Sommerhitze sehr stark ausdehnt und verformt. Also wird in diesem Abschnitt nun auch gebrauchtes LGB-Gleis, das meiste aus R1 Kurven zurecht gebogen verbaut (siehe hier unter Gleis- und Streckenbau).



Bei der Gelegenheit erhält die Schleife auch gleich größere Radien. Das geht dank der Leichtbauweise der Trasse ohne großen Aufwand. Bei der Brücke wird die Farbe aufgefrischt und sie soll auch noch Geländer bekommen.

Dann kann hoffentlich bald einen Pendelverkehr zwischen Bahnhof und Fasanenkap eingerichtet werden. Der geplante Leuchtturm lässt mich noch grübeln. Ich hätte ja gerne einen fertigen gekauft, aber die angebotenen Modell sind entweder zu klein oder sie passen vom Stil her nicht dort hin. Also bleibt wieder nur der Selbstbau.

Juli 2013

Mal ein kurzer Zwischenbericht zu den Arbeiten am Fasanenkap. Diese waren in letzter Zeit wegen der Hitze arg ins Stocken geraten. Dort knallt nämlich den ganzen Tag die Sonne hin. Die Brücke konnte inzwischen fertiggestellt werden:
Blechträgerbrücke

Nun ist auch die Trasse restauriert und das neue Gleis durchgehend verlegt:



Es folgen die Randbefestigung der Trasse mit Steinen sowie das Einschottern des Gleises. Und dann kommt auch die Wartehalle wieder auf ihren Platz.


zuletzt bearbeitet 22.04.2018 08:25 | nach oben

#2

RE: Gartenbahn CFEB

in Anlagenbau allgemein 23.12.2013 07:12
von bricoleur • 249 Beiträge

Dezember 2013

Nach einem durchwachsenen Sommer – ich hatte eine Malese mit der Galle und musste deshalb zweimal ins Krankenhaus – wurde die Wendeschleife am Fasanenkap noch rechtzeitig vor dem Winter vollendet. Nun ist ein Pendelverkehr zwischen dem Bahnhof und dem Haltepunkt am Cap de Faisans möglich. Ein Highlight war dann noch die Fertigstellung des Leuchtturms:
Leuchtturm am Cap des Faisans

Im Frühjahr 2014 soll es dann im Landesinneren weiter gehen. Massiver Streckenbau und das Aufschütten der zukünftigen Bimsgrube sind angesagt, sofern mir nicht wieder irgend so ein Zipperlein dazwischen kommt.


zuletzt bearbeitet 09.02.2016 13:57 | nach oben

#3

RE: Gartenbahn CFEB

in Anlagenbau allgemein 17.03.2014 16:45
von bricoleur • 249 Beiträge

März 2014

Bald kann es beim Bau der Gartenbahn weitergehen. Das Material für die Hangbefestigung liegt bereit. Ich habe dafür nach und nach eine Menge Steine im Wald gesammelt.



Die Strecke soll wieder sachte bergauf führen, etwa so, wie die Steine jetzt abgelegt sind. Ungefähr in der Mitte will ich eine Klamm eingraben, die dann überbrückt wird. Von da aus soll die Strecke bis zur Brimsgrube rechts im Bild führen. Zwischendurch ist ein Abzweig für eine Waldbahnstrecke in höhere Lagen vorgesehen. Für die Bimsgrube muss das Gelände zu einer waagerechten Terrasse angehoben werden. Dafür will ich dann den Aushub aus der Klamm verwenden.


zuletzt bearbeitet 22.04.2018 08:17 | nach oben

#4

RE: Gartenbahn CFEB

in Anlagenbau allgemein 25.04.2014 20:10
von bricoleur • 249 Beiträge

Ende April 2014

So baggert man sich langsam vorwärts und es sind mal wieder 3 Meter geschafft.



Die Strecke geht mit 25 Promille stetig bergauf. Das Gleis besteht wieder aus gerade gebogenen Kurvenstücken. Siehe:
Günstiger Gleisbau – Kurven gerade biegen


zuletzt bearbeitet 22.04.2018 08:28 | nach oben

#5

RE: Gartenbahn CFEB

in Anlagenbau allgemein 29.05.2014 19:52
von bricoleur • 249 Beiträge

Ende Mai 2014

Die Erd- und Mauerarbeiten schreiten langsam aber stetig voran. Rechts im Bild entsteht die Terrasse, auf die später die Bimsgrube kommen soll. Oder vielleicht kriege ich noch eine andere Idee, wie man diesen Platz nutzen kann, denn die Bimsgrube wäre auch etwas höher realisierbar.



Dort, wo man in dem Mauerbogen die Unterbrechung sieht, wird eine Einbuchtung gegraben. Der Erdaushub dient zur Auffüllung der Terrasse. Die Strecke soll dann später mit einer Brücke über diese Einbuchtung führen.


zuletzt bearbeitet 22.04.2018 08:29 | nach oben

#6

RE: Gartenbahn CFEB

in Anlagenbau allgemein 03.07.2014 15:29
von bricoleur • 249 Beiträge

Ende Juni 2014

Eine „Schlucht“ entsteht

In den Hang habe ich einen Graben gebaggert, 1,50 m breit, 50 cm tief und 2,00 m weit. Der wird nun mit Bruchsteinen ausgemauert.



Über diesen Taleinschnitt soll dann eine Fachwerk-Trägerbrücke aus Alu-Profilen kommen. Die bastele ich aber erst, wenn ich das genaue Maß zwischen den Brückenköpfen habe.


zuletzt bearbeitet 22.04.2018 13:09 | nach oben

#7

RE: Gartenbahn CFEB

in Anlagenbau allgemein 29.08.2014 20:11
von bricoleur • 249 Beiträge

Ende August 2014

Am Abgrund angekommen …

… ist nun die Bergstrecke der Gartenbahn. Das vorläufige Streckenende wird gesichert durch einen wetterfesten Prellbock.
Prellböcke



Als nächstes wurde die Felswand auf der anderen Seite der „Schlucht“ aufgebaut, mit dem zweiten Widerlager für die Brücke auf gleicher Höhe wie das erste. Die Talsohle habe ich mit flachen Steinen ausgelegt. Da zwischen kann dann Bodendecker wachsen. Das soll nachher wie ein trockenes Flussbett aussehen..



In der Folge wird das Gelände dahinter auf das selbe Niveau gebracht, d.h. die Stützmauer erhöht sowie der Erdhaufen plan gezogen und festgestampft. Mit der Strecke soll es dann im nächsten Frühjahr weitergehen.

Zwischenzeitlich steht der Bau der Brücke über die „Schlucht“ auf dem Plan. Es soll eine Obergurt-Fachwerkträger-Brücke aus Alu-Profilen werden.


zuletzt bearbeitet 22.04.2018 13:11 | nach oben

#8

RE: Gartenbahn CFEB

in Anlagenbau allgemein 03.06.2015 20:11
von bricoleur • 249 Beiträge

Anfang Juni 2015

Das Plateau ist fertig

In den letzten Wochen spielte das Wetter mit und es wurde kräftig gemauert, so dass die Terrasse bzw. das Plateau für die Bimsgrube – oder was auch immer – nun fertiggestellt werden konnte.



Der Aushub aus der „Schlucht“ reichte bei weitem nicht aus, um die Terrasse zu füllen. Da kam dem Projekt zugute, dass es auf dem Nachbargrundstück einen Erdhügel gibt, der schon lange weg soll. Kein Problem.



Der weitere Plan sieht die Verlegung einer große Gleisschleife, im Vordergrund mit Ausweich- und Ladegleisen, auf dem Plateau vor. Aber zuerst wird die Brücke über die „Schlucht“ gebaut. Ich bin gerade dabei, eine möglichst preisgünstige Quelle für die dazu benötigten Aluprofile zu suchen.


zuletzt bearbeitet 22.04.2018 13:14 | nach oben


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